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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Daß ich einen Bach entdeckt habe, der in der Erde verschwindet, macht auf Freddy und Klaus wenig Eindruck. Aber daß es Krebse zum Abendbrot gibt, das gefällt ihnen sehr! "Wißt ihr eigentlich, daß wir hier in einer Moa=Höhle sitzen?" fragt Freddy und fischt sich einen neuen Krebs aus dem heißen Wasser. "In den Höhlen hier am Mokau hat man früher Überreste der ausgestorbenen Riesenvögel, der Moas, gefunden. Das waren gewaltige Burschen, etwa 4 Meter hoch wurden die ausgewachsenen Tiere. Die Moas waren Vögel, die nicht fliegen konnten; die schweren Körper waren zu schwer für die verkümmerten Flügel. Sie sind wahrscheinlich von den fleischhungrigen Maoris ausgerottet worden, denn außer den Menschen hatten die Tiere keine Feinde. Die Eingeborenen trieben die Moas, die nicht schwimmen konnten, an einen Fluß oder einen See und erschlugen sie dann. Fleisch und Eier der Vögel wurden gegessen, die Federn wurden für Kleidung und Schmuck verwandt, und aus den Knochen machte man Keulen und andere Geräte." |
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Gleichmäßig rauscht draußen der Regen nieder. Langsam werden unsere Jacken und Hemden, die wir am Feuer aufgehängt haben, trocken, Freddy erzählt weiter: "Die kleinen Brüder der Moas, die Kiwis, kann man heute noch hier und da - wenn man Glück hat! - finden. Aber auch diese Vögel sterben allmählich aus. Ein Kiwi ist etwa so groß wie ein Huhn. Sie können sehr flink laufen und prächtig springen. Nur fliegen können sie nicht, weil auch sie keine Flügel haben. Tagsüber hocken sie in den Wurzellöchern großer Bäume. Ihre Nahrung - Insekten, Larven, Würmer - suchen sie sich nachts." Klaus hat offensichtlich zu viel gegessen. Sein Kopf ist vornüber gesunken. Er schläft. Vorsichtig wickeln wir ihn in eine Decke. |
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Als ich ihm meine Jacke unter den Kopf schiebe, brummt er - ohne die Augen zu öffnen: "Die armen Vögelchen - in dem großen, dunklen Wald - und dann keine Flügel...!" Es regnet immer noch, als wir am nächsten Tag unseren Wagen holen und in Richtung Wellington nach Süden fahren. Einige Male berührt der Weg den Wanganui. Schön ist es hier! Steil ragen die Felsen an beiden Seiten des Flußufers in die Höhe, von dichtem Farnkraut und einem Gewirr von Schlingpflanzen bedeckt. Reißend stürzt der Huß zwischen einigen Felsbrocken hindurch, die hier seinen Lauf hemmen. "Wenn wir 100 Jahre früher gekommen wären, dann hätten wir wahrscheinlich einige Boote der Maoris durch die Stromschnellen schießen sehen!" meint Freddy. "Damals tobten hier in der Provinz Taranaki erbitterte Stammeskämpfe. Die Eingeborenen hatten beschlossen, kein Land mehr an die weißen Siedler zu verkaufen. Als ein Häuptling dann doch Verhandlungen mit den Europäern aufnahm, wurde er von den anderen Stammesführern getötet. Dieser Mord war der Auftakt zu blutigen Fehden, die erst nach zwei Jahren durch den Einsatz britischer Soldaten beigelegt werden konnten." |
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